
Medizinphysiker sind wichtige Partner der Ärzte
"Physik oder eine andere Naturwissenschaft muss man schon studiert haben und dann folgt die zweijährige Fachkunde", erklärt Gerhard Wessing, leitender Medizinphysiker der Radiologie Vechta. Zusammen mit Sebastian Voget sitzt der Experte für Strahlenverordnungen, Strahlendosierung und Strahlungswinkel im Alexanderhaus in Vechta, Tür an Tür mit den Fachärzten für Strahlentherapie. Neu im Team ist Nalan Öztürk. Die junge Physikerin, die zuvor in Bulgarien studierte, hat ihre Weiterbildung gerade begonnen. Dafür wird sie in den nächsten Monaten, neben der Mitarbeit in der Radiologie Vechta, zahlreiche Weiterbildungen besuchen. "Dort lernt man die Theorie zur Praxis", fügt Sebastian Voget hinzu, der im letzten Jahr seine Fachkunde abgeschlossen hat. So erfahren angehende Medizinphysiker, wie man die Strahlung für eine Therapie richtig dosiert und verteilt, um gesundes Gewebe maximal zu schonen. Der Strahlungsplan wird mit einer speziellen Software errechnet und mit den Ärzten besprochen. Zumeist handelt es sich um die Bestrahlung von Tumoren, doch auch bei der Bestrahlung von Fersensporn oder Arthrose in Knien, Hüfte, Schulter oder Ellenbogen ist das Können der Medizinphysiker gefragt.
Grundsätzlich muss ein Medizinphysiker in allen Fachpraxen und Kliniken vor Ort sein, wenn es dort strahlentherapeutische Medizintechnik gibt. Sie sind die offiziellen Strahlenschutzbeauftragten und überprüfen permanent, ob die Geräte exakt eingestellt sind. Sie tragen die Verantwortung für die betriebliche Sicherheit.
Eine weitere Aufgabe von Medizinphysikern ist das Ausrichten von Strahlenschutzkursen für Ärzte und medizinisches Fachpersonal. So werden Sebastian Voget und Gerhard Wessing in diesem Mai wieder im Rathaus in Vechta über die praktische Anwendung der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung referieren. "Das fängt damit an, dass man weiß, wo man sich beim Röntgen hinstellt und reicht natürlich bis in fachliche Details", betonen die Medizinphysiker und ergänzen: "Wir bemühen uns sehr stark darum, die Themen so spannend rüber zu bringen, wie wir unseren Beruf finden."
